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Freitag, 29. Juli 2016

Weltcupstart geglückt

Na wo ist denn der Tritt?, pic by Sytse van Slooten
So euphorisch wie die Titelzeile verlauten lässt gings aber nicht wirklich los beim ersten Weltcup dieser Saison im malerischen Chamonix in Frankreich. Wie sich nach gut zwei Wochen später das Blatt aber gewendet hat, wie es gekommen ist, das könnt ihr hier nachlesen.
Die erste Abschnitt der Weltcupsaison ließ einiges erwarten. Auf dem Programm standen drei Weltcups innerhalb von nur knapp zwei Wochen. Also ein wahres Mammutprogramm zum Einstieg. Los gings in Chamonix (FRA) am 11./12.7. darauf folgte nur nach drei weiteren Tagen Villars-sur-Ollon in der Schweiz, ehe am 22./23. Juni Briancon (FRA) auf dem Programm stand. Aber alles der Reihe nach...
Weltcup Chamonix:
Nach einer sehr langen Vorbereitungsphase von gut 7 Monaten mit hartem Training und super Wettkämpfen im Vorfeld (u.a. Sieg im Deutschlandcup) ging ich mit enormen Selbstvertrauen und der Gewissheit an den Start, dass ich besser trainiert habe und auch ein hoheres Niveau erreicht habe als letztes Jahr. Jetzt musste ich es nur noch an die Wand bringen. Tja, dass ist aber so eine Sache. Wahrscheinlich war dann der Druck den ich mir selber gemacht hatte doch zu groß und so ging der erste Wettkampf so richtig in die Hose. Die erste Route ging noch einigermaßen gut, in der zweiten Route unterlief mir aber ein entscheidender Fehler bereits im unteren drittel der Route. So schnell kann man dann gar nicht schauen und man findet sich im hinteren Feld der Ergebnisliste wieder. Platz 49 ist nun nicht wirklich der Anspruch wenn man so viel Zeit und Mühen investiert. Ok, Abhaken und weiter machen. Oder vielleicht doch nicht? Wie soll man sich da so schnell rausziehen? Hat man es vielleicht doch nicht drauf? Wie soll man das innerhalb von nur drei Tagen hinbiegen?

WC Chamonix -> Weltcup Villars-sur-Ollon
Zwischen den Weltcups gings zum Training nach Bern zurück. Ein bisschen Tapetenwechsel und ein Reset vernab des Rummels waren das Ziel. Warum auch immer klappte das Training überhaupt nicht, schwere Arme und Schlappheit waren das einzige was zu finden war. Nicht jedoch das benötigte Kampfgefühl und der dringende Wille und das Wissen es schaffen zu können. Noch nicht. Nach einem langen (sehr langen, man kann auch sagen seeeeeehr langen Gespräch mit meinem Vater=Trainer) konnte ich jedoch die Punkte identifizieren an denen es hing und die ich drehen musste, sowohl in mentalen als auch wettkampfspezifischen Punkten (Stichpunkte: Entpannung und Aufwärmroutine).

Weltcup Villars-sur-Ollon (SUI)
Nachdem wir erkannt hatten, dass sich die Schraubart seit letztem Jahr wieder verändert hatte, noch mehr in Richtung Maximalkraft und Boulderstellen, hatte ich mein Aufwärmprogramm auch danach umgestellt und siehe da, damit und der veränderten Sichtweise auf den Wettkampf klappte es in der Qualifikation super für mich und ich konnte mich für mein erstes Halbfinale im Weltcup qualifizieren. Ein mehr als gutes Gefühl, eine Mischung aus Erleichterung, Freude, Glück und Stolz. Das sich dieses Jahr einiges verändert hat, zeigte sich bereits an den Qualiergebnissen. So konnte sich Romain Desgranges (FRA) und Francesco Vettorata (ITA), beide in Chamonix im Finale, überraschend nicht für die Runde der letzten 26 am zweiten Tag qualifizieren. Für mich stand nun Entspannung an für den restlichen Tag, naja so gut wie halt, wenn man ein lang angestrebtes Ziel erreicht hat. Am nächsten Tag dann das Halbfinale, "genießen" stand im Vordergrund, wobei man ja auch nicht letzter werden will. Also nochmal alles geben, am Ende reichte es für Platz 24. Im ersten Moment glücklich, weil ich mich gut verkauft hatte, dann eher verärgert, weil noch mehr drinn gewesen wäre und am Ende doch wieder glücklich, weil nur 5 Züge (!!) mehr Platz 8 bedeutet hätten. Dass im Halbfinale auch Skofic Domen (SLO) und Stefano Ghisolfi (ITA) scheiterten (Platz 1 und 2 in Chamonix) zeigt auch hier wie knapp die Leistungen der Starter beienander liegen.

Konzentration vor dem Start






Halbfinale, pic by Sytse van Slooten

Ein bisschen steil wars schon, pic by Sytse van Slooten

Na wo ist denn der Tritt?, pic by Sytse van Slooten
Weltcup Villars -> Weltcup Briancon
Zwischen den beiden Weltcups gings nach Grenoble zum Training für zwei Tage. Super Training, nur etwas heiß bei 38C zu klettern bzw. zu bouldern.

Weltcup Briancon
Als letzter Weltcup des zweiwöchigen Trips gings in die höchstgelegen Stadt Europas, nach Briancon. Nachdem der Wetterbericht nichts gutes für unseren Wettkampf vorhersage, waren wir auf alles gefasst, naja zumindest so einiges. Ich war 4 Starter in der Quali, bedeutete somit bei dem vorferlegten Start auf 8 Uhr, 5 Uhr soll der Wecker kingel, schließlich muss man drei Stunden vor Start wach sein, sonst spielt der Kreislauf nicht mit. Also 5 Uhr aufstehen und frühstücken und etwas Laufen. Aber was mach den der Regen und die vielen Blitze da? Keine Einladung aber trotzdem kann man nichts gegen dieses Pack unternehmen. Also erstmal zur Wettkampfwand, die nur leicht naß war, sofern man die naßen Griffe und die triefende Wand nicht zu genau ansah. Also im Hotel abwarten was die Offiziellen entscheiden. Circa um 8 Uhr, es hatte schon aufgehört zu regen, kam es mir doch etwas komisch vor, noch nichts offizielles über den Start zu hören und so ging ich mit dem ganzen Zeug gliech zum Wettkampfort. Und siehe da, dort angekommen gleich die Info: In einer Stude fangen wir an! Also schnell aufwärmen, eine Stunde ist zwar schon zu kurz, aber was solls. Erste Qualitour war leichter als gedacht, mit meiner Topbegeung war ich aber dann gleich mehr als überrascht. Zu beginn hatte wir noch die schwierigere Lösung für die Tour, später fanden manche Starter eine liechtere Lösung, was zu einer schieren Flut an Topbegehungen führte (25 Stück). Inder zweiten Route fühlte ich dann schon, dass ich etwas früh aufgestanden war und so viel ich in der Mitte der Tour bereits ab. Das bedeutete jedoch trotzdem Rang 18 nach der Quali und schon wieder ein Halbfinale! Dieses fand abends vor rund 7000 Zuschauern statt. Schon ein besonderes Gefühl, allerdings hab ich erst nach meinem Start bemerkt, dass soviele da waren :) Ist ja eigentlich nicht schlecht. Im Halbfinale selber rutschte ich unglücklich von einem Griff ab und musste mich so mit Platrz 25 begnügen. Naja, auch nicht das erhoffte Resultat. Aber schließlich wollte ich erstmal in dieser Saison regelmäßig ins Halnfinale klettern und dann mal weiterschauen.
Auf zum Top, pic by Sytse van Slooten

Halbinale, pic by Sytse van Slooten

Halbfinale, pic by Muriel CP

Athletenpräsentation, pic by Eddie Fowke, The Circuit climbing

2. Qoulitour, pic by Eddie Fowke, The Circuit climbing

war schon was los im Halbfinale, pic by blue media


pic by Sytse van Slooten


Klettern für Deutschland, hoffentlich bald bei Olympia, pic by Sytse van Slooten
Fazit:
Zwei Halfinaleinzüge mit Leistungen die noch mehr versprechen. Ein Wettkampfeinstieg mit Chamonix aus dem ich viel gelernt habe und dem Resümee, dass der Kopf doch der wichtigste Muskel beim Klettern ist. Also weiter zum Training, nach drei Wochen Wettkampfpause folgt der nächste Wettkampfblock!

Dienstag, 28. Juni 2016

Platz acht in München beim Leadcup aber immer noch Platz zwei in der Gesamtwertung :)



Vorletztes Wochenende noch Platz eins beim ersten Leadcup der Saison in Stuttgart. Nun stand schon der zweite Leadwettkampf in München auf dem Programm und ich beendete diesen mit einem recht unglücklichen 8ten Platz, rein ergebnisbezogen betrachtet. Was war passiert? Nachdem es in der Quali noch schönstes Wetter hatte mit Sonnenschein und blauen Himmel zogen pünktlich zum Finale Gewitterwolken auf. Da der Wettkampf an der Außenwand des Kletterzentrums Freimann abgehalten wurde beeinflusste das Wettergeschehen den Ausgang doch sehr. Da das Wetter nicht genau berechenbar war wurde der Modus des Finales kurzerhand und doch sehr kurzfristig (rund 15 Minuten vor Start) geändert. Es wurde nun nicht mehr abwechselnd Dame – Herr, sondern parallel gestartet. Meines erachtens zwar regelkonform allerdings extrem unfair für die später Startenden (die also unter anderem für mich), da mir die Zeit fehlt zum Aufwärmen. Dadurch blieb mir rund 1 Stunde weniger Zeit, was ich dann in der Tour schmerzlich erfuhr: etwas fehlende Spritzigkeit und das Gefühl für maximalkräftige Züge führten dann zu meinem Pech an einem etwas diffizilen Zug relativ zu beginn der Route und so ehe man sich versieht hängt man im Seil, erstmal kräftig schreien (Emotionen pur eben), um dann zu realisieren, dass man vom ersten Platz in der Quali auf Platz acht abgerutscht ist. Denn in der Quali konnte ich mich souverän auf Platz eins gemeinsam mit meinem Teamkollegen Sebastian Halenke behaupten. Zwei Top-Begehungen in den beiden Qualirouten, womit ich sehr zufrieden war. Was bleibt nun nach den beiden Wettkampfwochenenden? Von 6 Routen ging eine schief und in den restlichen 5 konnte ich mehr als überzeugen, da ich jedes Mal die Höchstmarke setzten konnte. Momentan Platz 2 in der Gesamtwertung um die Deutsche Meisterschaft mit 5 Punkten Rückstand auf Platz 1 (Ruben Firnenburg), bedeutet im Endeffekt: derjenige der beim Letzten Wettkampf der Serie in Ulm im September die Nase Vorne hat gewinnt auch die Gesamtwertung. Also ist alles offen. Bis dahin stehen die eigentlichen Wettkämpfe mit den Weltcups auf dem Programm. In rund zwei Wochen geht es los, also Mund abputzen und trainieren. Motivation ist hoch, denn es läuft mehr als gut momentan. Jetzt aber erstmal lernen für die Prüfungen an der Uni, etwas Ablenkung tut immer gut, denn immer nur Klettern, macht die Lieblingsbeschäftigung dann auch zu wichtig ;)





Alle Bilder: Deutscher Alpenverein/ Marco Kost

Donnerstag, 23. Juni 2016

Sieg beim ersten Leadcup in Stuttgart

Was hab ich mir jetzt da gedacht?
Was für ein Start in diese Wettkampfsaison! Natürlich hat man immer bestimmte Ziele und Vorstellungen wie ein Wettkampf enden soll, aber so was kann man dann doch nicht planen. Noch dazu, wenn es ein derartig hochkarätig und zahlreich besetztes Starterfeld wie in Stuttgart ist. Nahezu der gesamte Nationalkader ging an den Start, ebenso Namen wie Stefan Danker und Markus Jung um nur einige zu nennen. Was möchte man mehr für einen Vorbereitungswettkampf für die internationale Wettkampfsaison. Denn das war die primäre Intention für diesen Wettkampf: Vorbereitung für die internationale Saison die mit den Weltcups in Chamonix (FRA), Villars-sur-Ollon (SUI) und Briancon (FRA) in knapp drei Wochen eingeläutet wird.
Qualifikation in Stuttgart
Ich nehme gerne bei einem Wettkampf zur Vorbereitung teil, weil man so wieder in die ganze Wettkampfroutine eintauchen kann und nachdem der letzte Leadwettkampf auch knapp ein halbes Jahr zurücklag (Weltcup Kranj im November, SLO) war das schon wieder nötig. Nach einigen Wochen der Vorbereitung und intensivsten Trainings kommt nun die Zeit des "Ablieferns", sehen was das Training gebracht hat, sozusagen die Zeit der Offenbarung. Ich war und bin überzeugt, dass ich super und auch besser trainiert habe als letztes Jahr, also auf was will ich warten? Das führt aber auch dazu, dass man sich selber mehr Druck macht. Dementsprechend war ich auch deutlich aufgeregt beim ersten Start. Bei der ersten Qualiroute war ich gleich erster Starter und hatte somit auch keinen Vergleich. Die Route stellte sich als sehr Maximalkräftig heraus mit einer deutlichen Schlüsselstelle bei Griff 18 an der rund 15 Starter ins Seil fielen. Ich konnte diese Stelle meistern und mich noch einige Züge weiter kämfen. Rund drei Züge vor Top rutschte ich dann unglücklicherweise vom Tritt ab und mein Versuch war beendet, aber dieser Highpoint konnte auch von den restlichen 48 Startern nicht mehr erreicht werden und so platzierte ich mich hier auf den ersten Zwischenrang. In der zweiten Qualiroute war einiges mehr an Ausdauer gefragt. Weite Züge die als kleine Person dann doch die Kraft aussaugen. Ich konnte die Route Top klettern wie auch noch Stefan Danker, Chris Hanke und Ruben Firnenburg. Und so stand ich am ersten Wettkampftag auch als alleiniger Führender der Qualifikation fest.

 Am zweiten Tag des Wettkampfs stand dann gegen Mittag das Finale an. Ein etwas ungewöhnlicher Ablauf für einen Deutschlandcup, der aber doch der Aufteilung bei einem Weltcup entspricht. Als Erster macht man sich natürlich schon Gedanken: "Kann ich den Platz auch halten? Wie sieht die Tour aus, liegt sie mir?"


















Aber irgendwann beim Aufwärmen werden auch diese Gedanken weggewischt und man konzentriert sich voll auf das was man tut. Die Route schien sehr schwer zu sein, was man in der Isozone erahnen konnte. Man sah die Kletterer zwar nicht, aber die Kletterzeit und Reaktionen der Zuschauer liesen den Schluss zu, dass die Starter vor mir nicht sehr weiter gekommen sind bzw. an derselben Stelle gefallen sind. Schließlich stand mein Auftritt an, ich konnte mich voll auf die Bewegungen einlassen und trotz des ersten Wettkamps auch locker klettern. Bei der Schlüsselstelle um Griff 19 wählte ich eine andere Lösung als meine Mitkonkurrenten und konnte mich so auf Platz eins behaupten.
Im ersten Moment ärgert man sich zwar, dass man ur die Hälfte der Route geschafft hat, wenn man dann aber realisiert, dass man gewonnen hat, rückt das auch in den Hintergrund. Emotionen pur nach diesem Sieg, mein zweiter nach Würzburg 2013. Gratualtion auch an Stefan Danker und Ruben Firnenburg für den zweiten und drietten Platz.
Aber das Feiern hält nicht lange an, das Training ging am nächsten Tag gleich weiter, schließlich steht dieses Wochenende der nächste Wettkampf mit dem Deutschen Leadcup in München Freimann vor der Tür. Motivation ist bestens also los gehts!


 Bilder von: Deutscher Alpenverein  / Marco Kost
Wettkampfbericht DAV: http://www.alpenverein.de/wettkampf/deutscher-leadcup-stuttgart-2016_aid_17389.html

Montag, 14. März 2016

Neue Sponsoren und erster Wettkampf der Saison 2016

Zu allererst möchte ich euch meine beiden Sponsoren vorstellen. Ich habe mich entschlossen
ab dieser Saison mit Skylotec und Gentic zusammenzuarbeiten. Schon mal an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Skylotec steht für eine Marke dies sehr auf Qualität und Sicherheit fokussiert ist, wobei das Auge nicht zu kurz kommt. Die ausschließliche Produktion in Europa spiegelt sich im hohen Qualitätsstandard nieder. Dieser ist auch bei der Bekleidung von Gentic zu sehen. Super
Klamotten, ein fresher Look der auch noch angenehm zu tragen ist. Dem Kletterprojekt steht
also nichts mehr im Wege. Ich werde euch hier auch immer über die Produkte informieren,
wenn ich sie auf Herz und Nieren ausprobiere :)
Die Liebe zum Griff war grenzenlos

Nun zu ersten Wettkampf der Saison. Der hat definitiv seine Spuren hinterlassen. Ein intensiver Wettkampftag nachdem ich definitiv überglücklich nach Hause
gehen konnte. Die österreichische Bouldermeisterschaft 2016 im Bloc House Graz war ein
idealer Start in die Saison. Nachdem ich in den letzten Wochen sehr viel an
Grundlagenausdauer und Kraft aufgebaut habe führ ich nach Graz eher als Muskelpaket
denn als Boulderer. Die Maximalkraftphase beginnt jetzt erst, aber schließlich muss man die
Wettkämpfe nutzen wenn sie da sind. Vielmehr ging es darum wieder ins
Wettkampfgeschehen einzutauchen und die Abläufe in Schwung zu bringen.
Der Modus in Österreich bei Boulderwettkämpfen ist etwas anders als in Deutschland. In der
Quali ging es darum innerhalb von 2.5h 8 Boulder in beliebig vielen Versuchen zu klettern.
Ich konnte in der Quali 7 davon klettern und brauchte 19 Versuche. Die verteilten sich aber
sehr unregelmäßig. Nachdem ich einen richtigen Lauf hatte und 6 Boulder in 9 Versuchen
schaffte, stellte mich ein Boulder in der Senkrechten hart auf die Probe. Nachdem ich 3 Mal
mit beiden Händen den Topgriff festhalten konnte, aber noch vor den vorgeschriebenen 3
Sekunden von den Volumen auf den ich Stand abrutschte. Da sehr viele Boulderer anstanden
konnte ich in der verbleibenden Stunde des Boulderjams nur 5 Versuche setzen. Als nur noch
5 Minuten auf der Uhr standen konnte ich das Top endlich sicher fixieren und mir einen Platz
im Finale sichern. Mein erstes Finale einem Boulderwettkampf auf diesem Niveau und das
ohne Bouldertraining, das Jahr verspricht schon einiges!! (Pics by Kletterzentrum Imst)






Im Finale musste ich dann aber meinen Trainingsrückstand diesbezüglich Tribut zollen. Die Quali kostetet doch einiges an Körner und die nun bouldertypischen Probleme waren dann doch zu viel für mein aktuelles Niveau. Nachdem ich am ersten Boulder eine Bonuswertung ergattern konnte lief es am zweiten Boulder einiges besser. Schon im ersten Versuch war ich am vorletzten Griff angelangt und schmierte ab one jede Chance. Also beim zweiten Versuch Mal kräftig eingechalk und zum Topgriff gesprungen aber daneben. Dann zwei Versuche in denen ich nicht Mal mehr ansatzweise so weit kam, die Kraft ließ nach, also nochmal alles für einen Versuch mobilisieren. Ich schaffte es bis zum vorletzten Griff setzte einen Hook und schob mich zum Topgriff und hatte ihn schon mit zwei Fingern als der Fuß nicht mehr halten wollte und ich mich wieder auf der Matte befand. In den letzten beiden Bouldern war nichts mehr zu holen, am dritten Bouldern war ein Dynamo im Überhang der begrenzende Faktor und am letzten Boulder mühte ich mich 5 Minuten ab, um überhaupt die richtige Startposition zu finden. Schließlich war ich froh, dass es vorbei war, und überaus glücklich. In der Quali konnte ich als einziger im Starterfeld von rund 60 Herren an einem Boulder das einzige Top des Tages holen. Also kann das Maximalkrafttraining beginnen. 


Nächste Woche steht nochmal Training auf dem Programm ehe es an den Fels geht, vielleicht geht ja die ein oder andere schwere Route. Ich sags euch dann :)

Sonntag, 19. Oktober 2014

Wohin entwickelt sich das Wettkampfklettern in Deutschland? oder "Erster deutscher Leadcup 2014"


Vergangenes Wochenende fand der erste nationale Leadwettkampf der Saison 2014 in Darmstadt statt. Nach einer sehr guten Vorbereitung (u.a. Offene Rheinland-Pfalz-Meisterschaft) fuhr ich sehr motiviert und mit Vorfreude auf die bevorstehende Wettkampfsaison nach Darmstadt. Das Kletterzentrum Darmstadt ist 17,3 Meter hoch und hat eine Kletterfläche von 1981 m². Man könnte also annehmen,  dass das Hauptaugenmerk auf ausdauerbetonten Routen liegt. In der Qualifikation stellte sich allerdings bereits heraus, dass die Touren dann doch eher sehr boulderlastig werden würden. Beiden Touren bestanden jeweils aus 30 bis 35 Griffen also nicht sehr viel. Da denkt man sich dann kurz:Warum trainiere ich eigentlich so viel Ausdauer? Nichtsdestotrotz konnte ich beide Qualitouren Top klettern und war auf dem ersten Platz (zusammen mit Chris Hanke, David Firnenburg und Moritz Hans). Das Routenbauerteam bestand diesesmal aus reinen Boulderspezialisten was wahrscheinlich zum derartigen Routenbau beigetragen hat. 
Qualitour 2

Qualitour 1


Erste Qualitour DLC Darmstadt 2014 from Martin Tekles on Vimeo.

Zweite Qualitour DLC Darmstadt 2014 from Martin Tekles on Vimeo.

Im Finale wurde dann schließlich eine sehr denkwürdige Entscheidung getroffen. Die Routenschrauber wollten "einfach mal was Neues und Anderes ausprobieren" und schraubten für Herren und Damen jeweils eine Routen, welche ausschließlich aus Volumen bestand. Als Kletterspezialist stellt einen das durchaus vor eine Herausforderung. Natürlich ist es möglich, dass eine Passage in einer Route ausschließlich aus Volumen besteht, dass wäre für mich auch gar kein Problem, aber muss es denn wirklich gleich eine ganze Tour sein?! Kein einziger Griff, von Anfang bis Ende! Es versteht sich von selbst, dass dieser Routenbau mit internationalem Niveau nicht zu vergleichen ist. Als Argument wird oft hervorgebracht, dass man den Zuschauern ein Show bieten will. Tatsache ist aber folgendes: Erstens sollte sich das Bouldern und Klettern unterscheiden, es heißt ja nicht Bouldern am Seil und zweitens muss man sich dann entscheiden: Mache ich den Wettkampf für die Athleten oder für die Zuschauer? Meiner Auffassung nach steht immer noch der Athlet im Mittelpunkt eines Wettkampfes.
Finaltour (Bild: Vertical Axis)
Wenn es Zuschauern um eine reine Show geht können sie in den Zirkus gehen. Wenn es ihnen allerdings um Höchstleistung beim Klettern am Seil geht (wovon ich überzeugt bin) dann werden sie auch gespannt einen Wettkampf verfolgen, der dem internationalen Routenbau ähnlich wäre. Für Zuschauer (die etwas vom Klettersport verstehen, beziehungsweise besonders wenn nicht) ist es viel interessanter, wenn eine Tour mit Griffen geschraubt wird. Die Identifikation mit dem Sportler fällt viel einfacher. Man kann sich besser vorstellen: Was der hält sich an so einem kleinen Griff fest; diesen komischen Griff kenne ich und der kann da noch rasten?). Es bleibt zu hoffen, dass sich der Routenbau auf den beiden verbleibenden Deutschlandcups dahingehend ändert, fernab von Dynamos und Volumentouren. Ach ja, gewonnen hat Matthias Conrad, ein Boulderspezialist, der von sich sagt nur dreimal beim Klettern gewesen zu sein, zweiter wurde David Firnenburg (ebenfalls Mitglied im Bouldernationalkader (!)). Ich begnüge mich mit dem 5ten Platz und der Hoffnung, dass sich das Wettkampfklettern in Deutschland nicht zu sehr vom internationalen Standard entfernt, es nicht zum Bouldern am Seil verkommt und der Athlet wieder im Mittelpunkt stehen wird.


Jetzt heißt es wieder trainieren, denn in einer Woche (25.10.2014) geht es in Neu-Ulm wieder weiter mit der zweiten Station der nationalen Leadsaison.
Komplette Ergebnisse findet man hier.
Offizieller Artikel über den Wettkampf aus Sicht des DAV findet man hier. (Um auch eine andere Sichtweise auf den Wettkampf zu erhaschen)

Samstag, 27. April 2013

Bayerischer Vizemeister Bouldern 2013!!!!

Was für ein Wahnsinn!
Eigentlich wollte ich nur bei der Bayerischen starten, quasi als Überbrückung der Zeit bis nach Kempten zum nächsten Deutschlandcup Lead; Bouldern ist nicht meine Paradedisziplin und mit nur zwei Wochen Aufbautraining hätte ich mir wirklich nicht viel erwartet und dann das!!!!
Die Quali und das Halbfinale liefen mehr als perfekt, jeweils erster Rang und dann das Finale...